lundi 13 avril 2015

Erster Marathon endet im Desaster...brauche dringend Hilfe!!!

Hallo liebe Community,



Ich wende mich doch in erheblicher Enttäuschung hier an euch und brauche dringend euren Rat!

...Bin gestern meinen ersten Marathon in Wien gelaufen und es war ein Desaster...aber lasst mich etwas ausholen!



Bin 24, laufe seit 3 Monaten systematisch, vorher nur sporadisch und immer wieder wochenlang gar nicht. Größe 185, Gewicht 77-78 kg.



Ich wollte schon lange die Königsstrecke laufen aber wie es bei mir so ist, nicht irgendwie, sondern mit Ambition. Also habe ich mir das Marathon-buch von Beck gekauft und es so gemacht wie er empfahl: Testlauf über 10km ganz zu beginn, ergebnis waren 44:10. also habe ich mich an beck gehalten und bin mit dem 3:15er-plan eingestiegen. das training lief sehr gut, ich konnte mich ohne probleme steigern und rannte die 10 am ende von woche 4 schon in 40:45, den HM am Ende von Woche 6 in 1:29:00 und den 10er nochmal am ende von woche 10 in 39:30. es ging mir extrem gut, die läufe im MRT waren von beginn weg ein klacks, ich war sehr euphorisch und setzte meine zielzeit mit 3:10 an. ich möchte noch anmerken dass die schnellen läufe mir durchgehend leichter fielen wie die längeren (habe diese aber trotzdem sauber durchgezogen), die intervalltrainingszeiten des plans waren für mich ein witz (4:10 für 1km, bin sie dann meistens in 3:50 gelaufen); meine vermutung lautet: immer wenn ich vor den 3 monaten laufen war lief ich immer sehr schnell (heute mit den erfahrungen der pulsuhr würde ich sagen so bei ca. 85%+), meistens so 8-10 kilometer. auch die einführende leistungsdiagnose anfang jänner bestätigte mir das: relativ sehr guter grundspeed, mängel in der grundlage. nun gut, so weit kein problem, dachte ich: beck schreibt explizit dass eine äquivalenzschwäche durch anwendung seiner trainingspläne beseitigt wird.



nun also, ich zog den trainingsplan durch und dann kamen die 2 wochen tapering. als dummer anfänger der ich bin, schüttete ich(vor allem in der letzten woche vor dem rennen) unmengen an reinem wasser in mich rein. jeden tag mindestens 6 liter, der gipfel am samstag vor dem rennen: sage und schreibe 6 1,5literflaschen, also ca. 9 liter waren das. ich ging an dem tag sicher 25 mal aufs klo, am schluss kam nur noch wasser raus ohne jede färbung. in just diesen 2 wochen bemerkte ich in den einheiten eine generell schwache form und vergleichsweise hohen puls. man sollte auch sagen dass das wetter etwas wärmer wurde in der zeit, über 12 grad hatte es aber trotzdem bei keiner meiner einheiten, weswegen das wetter für mich als faktor flachfällt. es wurde einfach alles schwerer und ich merkte das.



bemerkung noch zur angestrebten zeit: diese habe ich einfach aufgrund meiner unterdistanzzeiten bestimmt, den marathon habe ich dann auf 3:07:30 ausgelegt.



also, der tag des rennens kommt. gut geschlafen, weißbrot mit honig, darm entleert, alles sollte passen. beim start hatte es 13 grad, also eigentlich ideal.

aber: von beginn weg war der puls extrem hoch, ab minute 2 ca. konstant bei 90 %, manchmal 91 oder 92. bei dem gleichen tempo unter gleichen äußeren bedingungen lief ich wenige wochen zuvor mindestens die ersten 35 minuten der einheit unter 80%, aber OHNE flüssigkeitszufuhr!!!!!!!!! gut dachte ich, vielleicht kommts vom anfänglichen überholen der langsameren läufer, auch ging es den ersten km ganz leicht bergauf, ich machte mir keine großen sorgen. dann aber bei km 3 ca. eine lange gerade, etwa 2 kilometer. das feld lichtete sich allmählich und ich konnte schön frei laufen. nur: der puls legte sich nicht, im gegenteil, er stieg auf 91, 92%. bis km 15/16 ca. ging es mit trotzdem gut. dann aber der abrupte einbruch: ich wurde einfach matt, nichts ging mehr, die rechte wade kontrahierte leicht und unkontrolliert. bei 18 ca. musste ich das erste mal anhalten. ich verzehrte das 3. gel und etwas wasser. kurz nach dem HM war es schon nur eine qual. durchgangszeit 1:35, 5 wochen(!!!!!!!) vorher war ich den HM ohne mit der wimper zu zucken und OHNE energiezufuhr um 6 minuten schneller gelaufen. jetzt begann die qual so richtig. die beine waren tot und alle 5 minuten meldete sich ein neuer muskel. bis km 30 machte ich bei jeder verpflegungsstation halt (je 1-2 minuten), danach etwa jeden kilometer. ab dem halbmarathon war alles nur noch chaos. unkontrolliert schüttete ich mir vor lauter enttäuschung und panik und unter tränen alles rein was da war. bei einer labestation trank ich 12 becher wasser und pinkelte mir ohne es zu spüren in die hose. es war eine einzige qual, bei 36 ca. bekam ich einen so starken krampf dass ich laut schrie und der sani eingreifen wollte. jedoch, wie durch ein wunder, kam ich unter größer mühe ins ziel. für die letzten 300 meter brauchte ich über 5 minuten, im ziel warf ich meine startnummer weg und verweigerte die annahme der medaille, so enttäuscht war ich. ich setzte mich in die büsche und weinte wie ein kleinkind. das einzig müde an mir waren meine beine, im oberkörper fühlte ich mich komplett fit, auch nach dem lauf und heute(montag) fühle ich mich sehr gut (außer die beine halt). es haben einfach diese verdammten beine nicht mitgespielt!!!!



seinen ersten marathon stellt man sich anders vor, aber ich lasse mich sicher nicht unterkriegen. viele von euch werden jetzt protestieren, aber ich habe mich am abend gleich für den salzburg-marathon in 3 wochen angemeldet. diese woche regeneration und dann nochmal 2 wochen tapering, neue zielzeit 3:15. sorry, aber ich brauche das jetzt einfach.



das nächste mal soll es natürlich ganz anders sein.



ich muss jetzt analysieren und die fehler aufarbeiten, und ich hoffe ihr könnt mir mit eurer erfahrung weiterhelfen!!!



ich habe viel lehrgeld bezahlt, nur weiß ich leider nicht genau welches oder warum.



was meint ihr woran das alles gelegen haben könnte? der ungewöhnlich hohe puls vom start weg? die krämpfe und der einbruch so früh, obwohl ich den halbmarathon im training ohne jedes problem 6 minuten schneller lief? habe ich mir mit dem übermäßigen wasserkonsum die salze aus dem fleisch geschwemmt? was soll ich das nächste mal machen? salztabletten?



das unbefriedigende ist einfach das gefühl und eigentlich auch das wissen, dass ich auch den marathon viel viel schneller laufen KANN(von meinem trainingszustand her), drum der baldige wettkampf wo hfftl. die 3:15, vllt. 3:20 fallen.



ich möchte noch sagen, dass ich nie, auch im training nicht, gedehnt oder gestretched habe. hauptsächlich weil ich mir die zeit sparen wollte, aber auch weil man so viel konträres ließt.





entschuldigt bitte den roman, aber ich bin echt verzweifelt und will nicht dass meine läuferkarriere nach 3 monaten vorbei ist.



ich erbitte euren rat!



vielen dank,



peter





Erster Marathon endet im Desaster...brauche dringend Hilfe!!!

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